SEM-/WEBINARE zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten

Glossar Buchstabe B


Basis Adjustment

Frage: Was versteht man unter Basis Adjustment? 

  • Siehe auch Cashflow Hedge (CFH).

  • Verrechnung der am Ende der Hedge-Beziehung aufgelaufenen (positiven oder negativen) Fair Value (FV)-Veränderungen des Hedging Derivats mit den Anschaffungskosten des zu bilanzierenden Grundgeschäfts. 

  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



Barwert

  • Siehe Dirty Price.



Beizulegender Wert

  Frage: Was versteht man unter dem beizulegendem Wertt? 

  • (HGB) Vermögensgegenstände des Anlagevermögen (Umlaufvermögen) können (müssen) gem. § 253 Abs. 2 S. 3 HGB (§ 253 Abs. 3 S. 2 HGB) auf den niedrigeren sog. beizulegenden Wert abgeschrieben werden (bei dauerhaften Wertminderungen besteht allerdings auch im Anlagevermögen eine Abschreibungspflicht). 
  • Es gibt keine Legaldefinition des Begriffes „beizulegender Wert“. Er ist anhand der GoB zu ermitteln, wobei dem Grundsatz vorsichtiger Bewertung eine besondere Bedeutung zukommt. 
  • Der beizulegende Wert ist nicht zu verwechseln mit dem Beizulegender Zeitwert (Fair Value (FV), auch wenn diese beiden Wertansätze oft identische sind. 
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



Beizulegender Zeitwert 



Bewertung (HGB)

Frage: Wie wird nach HGB bewertet?

  • Grundprinzipien: Die für die HGB-Bilanzierung /-Bewertung wichtigsten Grundprinzipien sind Gegenstand der nachfolgenden Abbildung:
Grundprinzipien der Bewertung (HGB)


Abbildung 163: HGB-Bilanzierung /-Bewertung wichtigsten Grundprinzipien

Zugangsbewertung: Finanzinstrumente stellen im HGB-Sprachgebrauch Vermögensgegenstände (Aktiva) oder Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen (Passiva) dar. Vermögensgegenstände sind grundsätzlich mit ihren Anschaffungskosten (inklusive Anschaffungsnebenkosten) zu aktivieren (§ 253 Abs. 1 HGB i.V.m. § 255 Abs. 1 HGB). Verbindlichkeiten sind mit ihrem Rückzahlungsbetrag zu passivieren (§ 253 Abs. 1 Satz 2 HGB). Rückstellungen werden mit dem Betrag passiviert, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist (§ 253 Abs. 1 Satz 2 HGB). Kreditinstitute können abweichend vom Anschaffungskostenprinzip bei den Vermögensgegenständen die Buchforderungen gemäß § 340e Abs. HGB mit ihrem Nominalwert (=Rückzahlungsbetrag) bilanzieren, wenn die Bestände grundsätzlich bis zur Endfälligkeit gehalten werden sollen (sog. Nominalwertbilanzierung). Der Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten und Nominalwert hat dann Zinscharakter und wird als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten RAP (über-pari-Erwerb) bzw. als passiver RAP (unter-pari-Erwerb) bilanziert. Die Auflösung erfolgt dann pro rata temporis in das Zinsergebnis.

Folgebewertung: Gemäß dem Einzelbewertungsgrundsatz (§ 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB) ist grundsätzlich jeder Vermögensgegenstand einzeln zu bewerten (Ausnahme: Bewertungseinheiten (BWE)). Die Folgebewertung betrifft (in der Praxis) insbesondere die Vermögensgegenstände. Die HGB-Bewertungsmethoden ergeben sich anhand der HGB-Bewertungskategorien. Abbildung 164 enthält eine Zuordnung von Bewertungskategorien zu den Bewertungsmethoden. Für die Kategorisierung nach HGB sind Finanzinstrumente einerseits nach Wertpapieren und Forderungen und zum anderen nach Anlagevermögen und Umlaufvermögen zu differenzieren. Unter den Wertpapieren sind Orderpapiere (z.B. Namensaktien) und Inhaberpapiere (z.B. Inhaberschuldverschreibungen) auszuweisen; Wertpapiere besitzen in der Regel eine ISIN und sind meistens börsengängig bzw. –fähig. Finanzielle Vermögensgegenstände, die keine Wertpapiere sind, werden als Forderungen (Ausleihungen) bezeichnet. Jedes Finanzinstrument muss bei Zugang, abhängig von seiner Zweckbestimmung, dem Umlauf- oder Anlagevermögen zugeordnet werden. Im Anlagevermögen sind die Finanzinstrumente auszuweisen, die bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen (§ 247 Abs. 2 HGB). Diese Bestimmung ist durch Geschäftsleiterbeschluss zu dokumentieren. Bei Kreditinstituten geht der Gesetzgeber in § 340e Abs. 1 Satz 2 HGB davon aus, dass Forderungen und Wertpapiere in einer Bankbilanz Gegenstand des Umlaufvermögens sind.

Das Thema der Umklassifizierung, also der Wechsel der Kategorien während der Laufzeit, war einer von mehreren Diskussionspunkten im Rahmen von Rechnungslegungsthemen zur Finanzkrise (HGB).

Neuerungen: Bezüglich Neuerungen in der HGB-Bilanzierung siehe Abbildung 168


 

Bewertungskategorien und Bewertungsmethoden (HGB)Bewertungskategorien und Bewertungsmethoden (HGB)

Abbildung 164: Bewertungskategorien und Bewertungsmethoden (HGB)



Bewertung

Frage: Was versteht man unter dem Begriff Bewertung? 

  • Gegenstand des finanziellen Risikomanagements ist die Steuerung der Marktpreisrisiken (insbesondere Zinsänderungsrisiken, Rohstoffrisiken, Aktienkursrisiken), Fremdwährungsrisiken und Adressenausfallrisiken. Genau diese Risiken sind auch Gegenstand der bilanziellen Bewertung, jedoch sind hierfür die bilanziellen Fachbegriffe andere sind.
  • Bilanziell ist zwischen der Einzelbewertung (Normalfall) und dem Hedge Accounting, also der zusammengefassten Bewertung von Grund- und Sicherungsgeschäft, zu unterscheiden. 
Arten von Risiko in der Bilanzierung

Abbildung 165: Arten von Risiko (R) in der Bilanzierung

  • Der Zugang erfolgt stets mit dem Fair Value (FV) (siehe Anschaffungskosten).
  • Die Folgebewertung basiert grundsätzlich auf dem Prinzip der Einzelbewertung, das heißt jeder Vertrag ist einzeln zu bilanzieren und zu bewerten. Im Rahmen der Einzelbewertung ist zunächst die so genannte Klassifizierung gem. IFRS 9.4 zu ermitteln. Ihr kommt eine zentrale Bedeutung für die Bewertung zu, da sie die marktpreisinduzierte (ohne FX) Bewertungsmethoden bestimmt. Das Fremdwährungsrisiko wird in IFRS durch einen eigenständigen Standard geregelt (IAS 21). Die Abbildung des Adressenausfallrisikos in der IFRS-Rechnungslegung wird als Impairment bezeichnet.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen können nach IFRS 9.6.4 allerdings Grundgeschäft und Sicherungsinstrument – abweichend von der Einzelbewertung – zusammen bewertet werden. Hier spricht man dann vom sog. Hedge Accounting. IFRS 9 kennt zwei Hedge-Arten: den sog. Fair Value Hedge und den Cashflow Hedge (CFH) Beide können jeweils zur Absicherung von Marktpreisrisiken (ohne FX), Adressenausfallrisiken und/oder Fremdwährungsrisiken eingesetzt werden.




 

Bewertungseinheiten (BWE)

 Frage: Was sind Bewertungseinheiten? 

  • (HGB) Die Bewertungseinheiten (BWE) stellen im Handelsgesetzbuch (HGB) das Pendant zum Hedge Accounting in der IFRS-Rechnungslegung dar. 
  • Ziel bei der Bildung von Bewertungseinheiten ist es, das Auseinanderlaufen des handelsrechtlichen und betriebswirtschaftlichen Ergebnisses zu reduzieren. Bei anerkannten Bewertungseinheiten können z. B. unrealisierte Gewinne des Derivat mit unrealisierten Verlusten eines Wertpapiers maximal bis zur Höhe des unrealisierten Verlustes miteinander verrechnet werden. 
  • Es wird unterschieden zwischen Mikro-BWEMakro-BWE und Portfolio-BWE. Im Fokus von HGB-Hedges steht die Absicherung gegen MarktwertschwankungenAntizipative Hedges gibt es nach HGB nicht. 
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12





Bewertungskategorien

Frage: Welche Bewertungskategorien gibt es? 

  • Der Standard definiert im IFRS 9.4. drei Kategorien von Finanzinstrument, wovon eine aus drei Unterkategorien besteht. Datenmodelltechnisch sind daher fünf Ausprägungen vorzuhalten. Die Kategorie Fair Value through Profit and Loss (FVTPL) mit den beiden Unterkategorien Trading (TRD) und Fair Value by Designation (FVBD). Desweiteren die Kategorien FVOCI (EK) und FVOCI (EK). FVTPL gilt für Aktiva sowie Passiva, während bei FVOCI eine unterteilung zu jeweils Aktiva und Passiva vorzunehmen ist. 
IAS 39 Bewertungskategorien

Abbildung 166: Überblick über die IAS-39-Bewertungskategorien

Beachte: Die in der Literatur und der Praxis verwendeten Abkürzungen sind nicht standardisiert, so dass auch andere als die hier verwendeten Abkürzungen vorzufinden sind.

  • Für die Passiva gibt es zwei weitere Kategorien, die im Standard zwar nicht explizit als solche genannt sind, aber für eine Abbildung der Geschäfte in den Büchern und DV-Systemen benötigt werden. Dies sind die Sonstige Verbindlichkeiten (L) und Finanzgarantien, gegebene (FG). 
  • Zudem ist zu beachten, dass diese IAS-39-Kategorien keine Hedgingsachverhalte beinhalten. Einige dieser IAS-39-Kategorien können auch im Zusammenhang mit Hedge-Arten auftreten, sodass hier noch entsprechend mehr Ausprägungen möglich sind.




Bewertungsmethoden

Frage: Welche Bewertungsmethoden gibt es? 

  • Siehe auch Bewertung.
  • Bezüglich der bilanziellen Berücksichtigung des Marktpreisrisikos (ohne FX) gibt es nach IFRS 9 grundsätzlich dreiunterschiedliche Bewertungsmethoden. Entweder eine Bewertung zum Fair Value (FV) , FVOCI oder keine marktpreisinduzierte Bewertung, d.h. eine Bilanzierung zu den Fortgeführte Anschaffungskosten (FAK) (amortised cost AC). 
  • Welche von den beiden Bewertungsmethoden anzuwenden ist, hängt von den IFRS 9 Bewertungskategorien ab. Aufgrund der unterschiedlichen Bewertungsmethoden wird auch vom sogenannten „Mixed Model“ gesprochen. 
  • Das Adressenausfallrisiko wird nach IFRS 9 im Rahmen eines gesonderten Werthaltigkeitstests (Impairment-Test) berücksichtigt. 
  • Bei den Fremdwährungsrisiken (FX) werden die Transaktions-Exposures grundsätzlich mit dem Stichtagskurs umgerechnet und bewertet. Das FX-Bewertungsergebnis wird - in der GuV gezeigt wird.
IFRS 9 Bewertungsmethoden


Abbildung 167: Überblick Bewertungsmethoden (Eigene Darstellung in Anlehnung an PWC (2002), S. 158.)


  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12


BILMOG: NEUERUNGEN FÜR FINANZINSTRUMENTE

Frage: Was hat sich durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) für die Bilanzierung von Finanzinstrumenten geändert?

  • Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) vom 03.04.2009 soll das HGB u.a. für IFRS „fit gemacht“ werden. Die Änderungen betreffen auch die Rechnungslegung von Finanzinstrumenten. Die verpflichtend erstmalige Anwendung gilt ab 01.01.2010 erfolgen.
  • Mit den für Finanzinstrumente relevanten Vorschriften zur „Fair Value Bewertung von Handelsbeständen bei Kreditinstituten“, „Bildung von Bewertungseinheiten“ und „Fremdwährungsumrechung“ erhalten die bisher bereits als GoB in der Praxis angewendeten Regelungen nun Gesetzescharakter, so dass sich an der bisherigen Bilanzierungspraxis jedoch materiell kaum etwas ändert.

  • Fair Value Bewertung für Handelsbestände von Kreditinstituten

  • Die Neuerung zur Fair Value Bewertung gem. § 340e Abs. 3 HGB n.F. sieht vor, dass Kreditinstitute ihre Handelsbestände zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) – und damit auch über die Anschaffungskosten hinaus - zu bewerten haben. Ursprünglich war die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert auch für Nicht-Kreditinstitute vorgesehen, wurde im Rahmen der Gesetzesberatungen u.a. aufgrund der Erfahrungen aus der Finanzkrise (HGB) wieder fallen gelassen. 
  • Die Vorschriften zur Währungsumrechnung befinden sich nun im § 256a HGB n.F. und die zur Bildung von Bewertungseinheiten in § 254 HGB.

  • Checkliste

BilMoG: Checkliste Neuerungen für Finanzinstrumente

Abbildung 168: BilMoG: Neuerungen für Finanzinstrumente

    Bewertungseinheiten

  • Die Abbildung gibt einen Überblick über die anzuwendenden Bewertungsmethoden für Finanzinstrumente nach den neuen Vorschriften. Sowohl bei Derivaten als auch originären Finanzinstrumenten ist zu nächst zu differenzieren, ob diese Gegenstand einer Bewertungseinheit sind. Stand Alone-Derivate sind bei Kreditinstituten Gegenstand des Handelsbestandes und unterliegen damit der neu eingeführten Fair Value-Bewertung des § 340e Abs. 3 HGB n.F. Bei Nicht-Kreditinstituten werden Stand Alone-Derivate – wie bisher – imparitätisch bewertet. Sind die Derivate Gegenstand einer Bewertungseinheit, so können – wie bisher im Rahmen von Mikro-, Makro oder Portfolio-BWE schon praktiziert – die unrealisierten Gewinne und Verluste gem. § 254 HGB n.F. innerhalb der Bewertungseinheit verrechnet werden und lediglich der Saldo ist imparitätisch zu behandeln. Bei den originären Finanzinstrumenten, die nicht Gegenstand einer Bewertungseinheit sind, ist zunächst zu unterscheiden, ob sie zu Handelszwecken erworben wurden oder nicht (non-trading). Bei Kreditinstituten sind die zu Handelszwecken erworbenen Finanzinstrumente nach der neu eingeführten Fair Value Methode zu bewerten (§ 340e Abs. 3 HGB n.F.). Dies war ursprünglich auch für Handelsbestände von Nicht-Kreditinstituten, die auf einem aktiven Markt gehandelt werden, vorgesehen. Diese Absicht wurde dann aber doch nicht umgesetzt. Somit werden die zu Handelszwecken erworbenen Finanzinstrumente von Nicht-Kreditinstituten genauso wie die non-trading-Bestände gemäß den für das Anlagevermögen bzw. Umlaufvermögen geltenden Bewertungsmethoden bewertet.

  • Fremdwährungsbewertung

  • Im Rahmen der Fremdwährungsbewertung von Finanzinstrumenten sind diese gem. § 256a HGB n.F. grundsätzlich mit dem Stichtagskurs imparitätisch zu bewerten, d.h. unrealisierte Verluste aus der Fremdwährungsbewertung sind zu berücksichtigen, wohingegen unrealisierte Gewinne aus der Fremdwährungsbewertung nicht berücksichtigt werden dürfen. Bei Fremdwährungsbewertungseinheiten werden unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Fremdwährungsbewertung miteinander verrechnet (kompensatorische Bewertung). Lediglich die verbleibende „Spitze“ ist imparitätisch zu behandeln. Ausnahmen von der imparitätischen Behandlung stellen Fremdwährungsbestände mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr sowie „besonders gedeckte“ Fremdwährungsbestände (nur Kreditinstitute) dar. Hier werden auch die unrealisierten Fremdwährungsgewinne vereinnahmt.
  • Bei Kreditinstituten sind zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente mit dem Fair Value zu bilanzieren. Dieses gilt auch bezogen auf das Fremdwährungsrisiko. Somit sind sowohl unrealisierte Verluste als auch unrealisierte Gewinne GuV-wirksam zu erfassen.
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12


Bilanzrichtlinie, EG, 4. und 7. 

Frage: Was besagen die 4. und 7. EG-Bilanzrichtlinien? 

(HGB) Mit dem am 26.02.2009 von der EU-Kommission vorgelegtem „Consultation paper on review of the accounting directives“ haben auf europäischer Ebene Beratungen zur Vereinfachung der 4. EG-Bilanzrichtlinien (Einzelabschluss) und 7. EG-Bilanzrichtlinien (Konzernabschluss) für kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) begonnen. Zeitgleich hat die Kommission vorgeschlagen, Mitgliedstaaten ein Wahlrecht einzuräumen, Kleinstunternehmen (Micro-Unternehmen) aus der 4. Richtlinie ganz herauszunehmen. 

  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen




Bonds



Buchungskonventionen

Frage: Was sind die Buchungskonventionen? 

  • Egal ob nach der HGB-, IFRS oder IPSAS-Rechnungslegung bilanziert wird, Rechnungslegungssachverhalte münden letztendlich immer in Buchungssätze, die aus Soll- und Haben-Buchungen bestehen. Nachfolgend werden die Buchungskonventionen zur Bildung dieser Buchungssätze dargestellt. Da „Soll“ (per) und „Haben“ (an) in den Buchhaltungssystemen mit Plus bzw. Minus abgebildet werden, geht es nachfolgend letztendlich um die Frage nach dem „richtigen“ Vorzeichen beim Buchen.
  • Ausgangslage sind die Bilanz-Konten, auf denen gebucht wird. Hier unterscheidet man zwischen Aktiv-Konten und Passiv-Konten. Die Aktiv-Konten sind die Bestandskonten, die sich in der Bilanz auf der Aktivseite (Mittelverwendung) befinden. Entsprechend sind die Passiv-Konten die Bestandskonten, die sich in der Bilanz auf der Passivseite (Mittelherkunft) befinden. Diese Konten erfahren durch Buchungen einen Zugang (Mehrung) oder aber einen Abgang (Minderung).
  • Aus der Multiplikation (des Vorzeichens) des Bilanzkontos mit (dem Vorzeichen) der Bewegungsart ergibt sich als Ergebnis (das Vorzeichnen) des Buchungsschlüssels. Hierbei sind Aktiv-Konten mit einem „+“ und Passiv-Konten mit einem „-“, ein Zugang mit einem „+“ und ein Abgang mit einem „-“ sowie eine Sollbuchung mit einem „+“ und eine Haben-Buchung mit einem „-„ zu versehen (siehe Abbildung 169).
  • Zu berücksichtigen ist, dass GuV-Konten Unterkonten des Passivkontos Eigenkapital sind, und daher immer mit „-“ multipliziert werden (siehe Abbildung 170). Dies erklärt auch das „Phänomen“, warum bei GuV-Zahlen die Vorzeichen bei Auswertungen aus den Buchungssystemen immer genau umgekehrt zu der ökonomischen Sicht sind. Ökonomisch reduzieren Aufwendungen den Ertrag und werden daher mit einem „-„ versehen. Buchhalterisch sind Aufwendungen mit einem „+“ versehen, da sie Abgänge (-) auf einem Unterkonto des Passivkontos Eigenkapital (-) darstellen, und Minus mal Minus plus ergibt.
  • Verprobung: Bei jedem Buchungssatz muss die Summe der Soll-Buchungen gleich der Summe der Haben-Buchungen sein
Buchungskonventionen (I)


Abbildung 169: Buchungskonventionen (I)

Buchungskonventionen (II)

Abbildung 170: Buchungskonventionen (II)

  • Beispiel: In der Buchhaltung gehen 100 € an Zinsen für eine Ausleihung ein. Dieser Sachverhalt stellt zum einen Zugang (+) auf den Aktiv-Konto „Kasse“ (+) dar, und damit die Soll-Buchung (+ * + = +). Zudem findet ein Zugang (+) auf den Ertragskonto „Zinsertrag“ statt, welches wie alle GuV-Konten ein Unterkonto des Passiv-Kontos „Eigenkapital“ geführt wird. Dies bildet die Haben-Buchung (+ * - = -). 
  • Dementsprechend lautet der Buchungssatz:

Per „Kasse“ 100 € an „Zinsertrag“ 100€ 

·        Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12




Buchwert

Frage: Was ist der Buchwert? 

  • Der Buchwert eines Finanzinstrumentes ist der Wert, mit dem das Finanzinstrument gebucht und entsprechend in der Bilanz ausgewiesen wird. Der Buchwert ergibt sich zunächst aus dem im Rahmen der Zugangsbewertung ermittelten Wert (Fair Value (FV)). Dieser wird fortgeschrieben um die im Rahmen der Folgewertung zum jeweiligen Bilanzstichtag durchzuführende bilanzielle Bewertung des Marktpreisrisikos (ohne Fremdwährungsrisiko), Adressenausfallrisikos und Fremdwährungsrisikos. 
  • Die Höhe des Fortschreibungsbetrages hängt von den anzuwendenden Bewertungsmethoden ab (siehe hierzu Bewertungsmethoden). 
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12






 

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