SEM-/WEBINARE zur Bilanzierung von Finanzinstrumentenext

Glossar Buchstabe F


Fair Value (FV)

Frage: Was ist der Fair Value (FV)? 

  • Fair Value (beizulegender Zeitwert) ist der Betrag, zu dem ein Vermögenswert zwischen vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftpartner gehandelt werden würde. Bezüglich der möglichen Ausprägungen des Fair Values siehe Fair Value Hierarchie. Der Fair Value entspricht dem Full Fair Value (FFV), d.h. er berücksichtigt – anders als der Hedge Fair Value (HFV) - alle Risikoarten. Die Zugangsbewertung erfolgt bei allen Finanzinstrument zum Fair Value. Im Rahmen der Folgebewertung werden nur die Finanzinstrumente der Kategorie Fair Value through Profit and Loss (FVTPL) mit dem Fair Value bilanziert.
  • Siehe auch Clean Price
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12




 

Fair Value by Designation (FVBD)

Frage: Was ist der Fair Value by Designation (FVBD)? 

  • Im allgemeinen Sprachgebrauch oft auch als sog. Fair Value Option (FVO) bezeichnet. Eine von mehreren IFRS 9 Bewertungskategorien. 
  • Neben Finanzinstrument der Unterkategorie Trading (TRD), die zwingend der Unterkategorie TRD und damit der Kategorie Fair Value through Profit and Loss (FVTPL) zuzuordnen sind, können nach IFRS 9.4 auch grundsätzlich alle anderen Finanzieller Vermögenswert und Finanzielle Verbindlichkeit bei ihrer erstmaligen Erfassung der Kategorie „freiwillig erfolgswirksam zum Fair Value bewertet“ zugeordnet werden (also so wie Trading-Bestände, nur dass die Trading-Absicht nicht gegeben ist). 
  • Dies ist allerdings nur möglich, wenn durch die Anwendung der Fair-Value-Option die Relevanz der veröffentlichten Abschlussinformationen erhöht wird. Dies ist dann der Fall, wenn durch Anwendung der Fair Value Option Ansatz- oder Bewertungsinkongruenzen vermieden bzw. signifikant reduziert werden oder aber eines ansonsten notwendigen Split Accounting (Abspaltung) im Rahmen von Embedded Derivatives (ED) vermieden werden kann. 

·        Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12




Fair Value Hedge (FVH)

Frage: Was ist der Fair Value Hedge (FVH)? 

  • Der Fair Value Hedge stellt eine von zwei Hedge-Arten dar. In der Regel werden im Rahmen eines FVH festverzinsliche Bilanzpositionen durch ein Derivat gegen das Marktpreisrisiko abgesichert. Der Fair Value Hedge entspricht grundsätzlich der Mikro-BWE nach HGB. 
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12





 

Fair Value Hierarchie

Frage: Wie ist die Fair Value Hierarchie aufgebaut? 

 

  • Wie der Fair Value zu ermitteln ist, ergibt sich aus der Fair Value Hierarchie (IFRS 13.72-90). Der IFRS 9 differenziert zwischen einer Marktbewertung mit und ohne Aktiver Markt und konkretisiert diese durch insgesamt sechs Einzelstufen. In der Praxis wurden bisher die Bewertungshierarchien allerdings auch häufig in Anlehnung an die nach US-GAAP übliche dreiteilige Level-Einordnung bezeichnet (SFAS 157). Letztere wurde nun auch in den IFRS 7 übernommen (siehe Finanzkrise). Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden. gibt einen Überblick über die jeweiligen Hierarchiestufen und wie diese im Verhältnis zueinander stehen.
  • Level 1 (Mark to Market): Das Vorhandensein öffentlich notierter Marktpreise (Marktwert) auf einem aktiven Markt ist der bestmögliche objektive Hinweis für den beizulegenden Zeitwert und wird (falls existent) für die Bewertung des finanziellen Vermögenswertes oder der finanziellen Verbindlichkeit verwendet (Stufe 1). Wenn das Unternehmen nachweisen kann, dass der letzte Transaktionspreis nicht dem beizulegenden Zeitwert entspricht, wird ein adäquaterer Kurs von kurz vor dem Abschlussstichtag genommen (Stufe 2).
  • Level 2 (Mark to Model mit Marktparameter): Wenn kein aktiver Markt für ein Finanzinstrument besteht, bestimmt ein Unternehmen den beizulegenden Zeitwert mithilfe einer Bewertungsmethode. Zu den Bewertungsmethoden gehören die Verwendung der jüngsten Geschäftsvorfälle zwischen sachverständigen, vertragswilligen und unabhängigen Geschäftspartnern (Stufe 3), der Vergleich mit dem aktuellen beizulegenden Zeitwert eines anderen, im Wesentlichen identischen Finanzinstruments (Stufe 4), die Verwendung der Discounted Cashflow Methode (DCF) sowie Optionspreismodellen (Stufe 5a). Der beizulegende Zeitwert wird auf Grundlage der Ergebnisse einer Bewertungsmethode geschätzt, die im größtmöglichen Umfang Daten aus dem Markt verwendet und so wenige wie möglich unternehmensspezifische Daten verwendet.
  • Level 3 (Mark to Model ohne Marktparameter): Wie bei Stufe 5a, nur dass die Bewertungsmethoden auch nicht am Markt beobachtbare Parameter verwendet. Der IAS 39 nennt diesen Sachverhalt explizit für Eigenkapitalinstrumente, die über keinen auf einem aktiven Markt notierten Preis verfügen und entsprechende Eigenkapitalderivate darauf (Stufe 5b). Bezogen auf die Level 3-Systematik gilt dies aber auch für Fremdkapitalpapiere. 
air Value Hierarchie

Abbildung 175: Fair Value Hierarchie

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Eckes/Flick, S. 465. 


·        Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



Fair Value Option

  • Siehe Bewertungskategorien gem. IFRS 9 Fair Value by Designation (FVBD).

·        Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



Fair Value Portfolio Hedge auf Zinsänderungsrisiken (FVPH)

Frage: Was ist ein Fair Value Portfolio Hedge auf Zinsänderungsrisiken (FVPH)? 

  • Grundsätzlich schreibt IFRS 9 vor, dass ausschließlich Mikro-Hedges (Mikro-BWE) im Hedge Accounting berücksichtigt werden dürfen. Eine Ausnahme von der Beschränkung auf Mikro-Hedges bildet die Möglichkeit der Absicherung von Zinsrisiken auf Portfoliobasis im Rahmen eines Fair Value Hedge (FVH) (IFRS 9.6.1.3), die einer Makro-BWE im HGB-Sprachgebrauch entspricht. Ziel bei der Etablierung des FVPH war es, die Rechnungslegung für die moderne Risikosteuerungspraxis (bei Kreditinstituten) von Zinsänderungsrisiken (insbesondere GAP-Steuerung) – unter Beibehaltung der Grundprinzipien des Hedge Accounting (wie z. B. Effektivitätsmessung) – zu ermöglichen. 
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12




Fair Value through Profit and Loss (FVTPL)

Frage: Was ist der Fair Value through Profit and Loss (FVTPL)? 

  • Eine von mehreren IFRS 9 Bewertungskategorien. Ein Finanzieller Vermögenswert bzw. eine Finanzielle Verbindlichkeit ist gemäß IFRS 9.4.1.4 der Bewertungskategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ (fair value through profit and loss FVTPL) zuzuordnen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt sind: (a) „zu Handelszwecken“ Trading (TRD) gehalten eingestuft oder (b) beim erstmaligen Ansatz vom Unternehmen als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten eingestuft (Fair Value by Designation (FVBD)) eingestuft[FM1] . Die Kategorie FVTPL stellt somit eine Oberkategorie dar.
  • Finanzinstrumente der Kategorie FVTPL sind mit dem Fair Value zu bilanzieren, wobei die gesamte Fair Value-Veränderung im Vergleich zum letzten Bilanzstichtag in der GuV auszuweisen ist. 

·        Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



Feste Verpflichtung

  • Siehe Firm Commitment
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



Festverzinsliche Wertpapiere

  • Siehe Finanzinstrument
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12

 

Financial Asset

  • Siehe Finanzinstrument
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12


Financial Instrument

  • Siehe Finanzinstrument
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12


Financial Liability

  • Siehe Finanzinstrument
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12






Finanzgarantie

Frage: Was ist eine Finanzgarantie? 

Gemäß IFRS 9.4.1.4 ist eine Finanzgarantie ein Vertrag, bei dem der Garantiegeber zur Leistung bestimmter Zahlungen verpflichtet ist, die den Garantienehmer für einen Verlust entschädigen, der entsteht, weil ein bestimmter Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen gemäß den ursprünglichen oder geänderten Bedingungen eines Schuldinstruments nicht fristgemäß nachkommt. Der Finanzgarantiegeber hat die Finanzgarantie nach IFRS 9 zu passivieren (siehe Bewertungskategorie Finanzgarantien, gegebene (FG)).

·        Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12




Finanzgarantien, gegebene (FG)

Frage: Wie wird eine gegebene Finanzgarantie bilanziert? 

  • Eine von mehreren IFRS 9 Bewertungskategorien. Im IFRS 9 werden die gegebenen Finanzgarantien (financial guarantee contracts, FG) nicht explizit als eigene Kategorie geführt. Allerdings sind sie zu passivieren und unterliegen auch einer gesonderten Bewertung. Daher sind sie im Datenmodell der Bilanzierung als eigene Kategorie mit zu berücksichtigen. Erhaltene FG sind nach IFRS 9nicht zu bilanzieren. 
  • Gemäß IFRS 9.4.2.1 ist bei der Bewertung von gegebenen FG zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung des Effektivzinssatzes oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert, wenn die FG zu Handelszwecken gehalten wird.
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



Finanzielle Verbindlichkeit

  • Siehe Finanzinstrument
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12




 

Finanzieller Vermögenswert

 

  • Siehe Finanzinstrument
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12




Finanzinstrument

Frage: Was ist ein Finanzinstrument? 

  • Gemäß IAS 32.11 ist ein Finanzinstrument (financial instrument) ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert (financial asset) und bei dem Anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit (financial liability) oder einem Eigenkapitalinstrument führt.[FM1] 
  • Finanzinstrumente in diesem Sinne umfassen grundsätzlich die gesamte Palette an Geld-, Kredit- und Kapitalmarktgeschäften. Hierunter fallen sowohl originäre Finanzinstrumente (Kassageschäfte), wie z. B. festverzinsliche Wertpapiere (Bonds) und Aktien, als auch derivative Finanzinstrumente (Derivate), wie z. B. Zins-Swaps, Aktienoptionen. Sie können sowohl plain vanilla Fremdkapitalpapiere (z. B. Festverzinsliche Wertpapiere, Schuldscheindarlehen) und plain-vanilla Eigenkapitalpapiere (Aktien, Fondsanteile) umfassen als auch sog. Mezzanine-Kapital (z. B. Wandelanleihen, Genussrechte, Nachrangverbindlichkeiten). Sie können auf die Berichtswährung (z. B. Euro) als auch auf Fremdwährung (z. B. USD) lauten und können die Aktivseite der Bilanz (Investorsicht, long positions) genauso betreffen wie die Passivseite (Emissionssicht, short positions). Alle diese genannten Geschäfte mit ihrer Vielzahl von konkreten Ausprägungen fallen grundsätzlich unter den Begriff des Finanzinstrumentes i. S. d. IAS 32.
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12




Finanzkrise

Frage: Was waren die Folgen der Finanzkrise für die internationale Rechnungslegung?

Überblick

  • Die im Jahre 2007 in den USA ausgelöste Subprime-Krise führte in den Jahren 2008 / 2009 zu einer weltweiten Finanzkrise. Die Finanzkrise hat gezeigt, dass auch im Bereich der Rechnungslegung eine Reihe von Defiziten zu verzeichnen ist. Insbesondere im Laufe des Jahres 2008 haben in diesem Zusammenhang eine Vielzahl von inter- und nationalen Institutionen zu diesem Themenkomplex Berichte mit Empfehlungscharakter veröffentlicht, die zum Teil in die - aus der Finanzkrise resultierenden - Gesetzesänderungen bzw. -vorhaben eingegangen sind. Die Rechnungslegungsänderungen betreffen die beiden Themenkomplexe „Zweckgesellschaften“ sowie „Fair Value (FV)-Bilanzierung von Finanzinstrumenten in einem nicht Aktiver Markt“ (siehe Abbildung 176).
  • Unter dem Themenkomplex „Zweckgesellschaften“ fallen zwei IASB-Vorhaben, die bereits vor der Finanzkrise begonnen und aufgrund der Finanzkrise hoch priorisiert wurden. Zum einen betrifft dies den Standardentwurf ED 10 „Consolidated Financial Instruments“[1] und zum anderen das IASB Agenda Projekt „Derecognition“ (Ausbuchung)[2]. Bei dem Themenkomplex „Fair Value-Bilanzierung von Finanzinstrumenten in einem nicht aktiven Markt“ ist zu differenzieren zwischen Änderungen bei der „Bewertung“ (IFRS 9) und bei den „Anhangsangaben (Disclosures, Notes)“ (IFRS 7). Im Fokus der Rechnungslegungsänderung der „Bewertung“ stehen zum einen die „Umklassifizierungen (Kategorisierung)“ und zum anderen die „Fair Value Hierarchie (DCF-Verfahren)“.

[1]       Vgl. RV IAS 27 (ED 10).

[2]       Vgl. RV IAS 39 (ED/2009/3).

Finanzkrise: Lehren und Konsequenzen für die Rechnungslegung


Abbildung 176: Finanzkrise: Lehren und Konsequenzen für die Rechnungslegung

Umklassifizierung (neu)

  • Die Hauptänderung bei den Umklassifizierung ergibt sich aus der IAS 39 / IFRS 7-Änderung "Reclassification of Financial Assets" vom Oktober/November 2008, mit der neue Umklassifizierungen zugelassen werden. gibt einen Überblick über die bisherigen und die neu hinzugekommenen Umklassifizierungsmöglichkeiten nach IFRS (bezüglich HGB-Umklassifizierungen siehe Finanzkrise (HGB)). Ausgelöst durch die Umklassifizierungsneuerungen im IAS 39 hat das IDW am 5.12.2008 den Entwurf der Stellungnahme IDW ERS HFA 26 veröffentlicht[3]. Zudem geht das IASB mit der Änderung zum IAS 39 / IFRIC 9 vom März 2009[4] auf die Auswirkungen der neuen Umklassifizierungsvorschriften bei „Embedded Dervivatives“ ein und stellt klar, dass bei einer Umklassifizierung aus der Bewertungskategorie Trading (TRD) der bisher nicht durchzuführende Test auf eine mögliche Abspaltung eines Embedded Derivatives (ED) nachzuholen ist. Bei dieser Prüfung sind allerdings die Verhältnisse zum Zugangszeitpunkt (und nicht zum Umklassifizierungszeitpunkt) relevant.

[3]       Vgl. RV IDW ERS HFA 26.

[4]       Vgl. RV IAS 39 (am. 03/2009).

IAS 39 Umklassifizierungen aufgrund Finanzkrise


Abbildung 177: Umklassifizierungen IFRS neu

Fair Value Hierarchie

  • Bei dem IFRS 9-Bewertungsthema „Fair Value Hierarchie (DCF-Verfahren)“ geht es zum einen um die Fragestellung, unter welchen Voraussetzungen ein Markt inaktiv ist, also um die Eingangsvoraussetzungen für einen inaktiven Markt. Zum anderen geht es um die Frage, wenn ein Markt inaktiv ist und daher der Fair Value mit dem DCF-Verfahren ermittelt wird, mit welchen Diskontierungsparametern die ausstehenden Cashflows zu diskontieren sind (Diskontierungsfaktoren).
  • Mit dem FASB Mitarbeiter Positionspapiers „FSP 157-3“[5] wurden erstmals Eingangskriterien für einen inaktiven Markt konkretisiert. Das IASB-Expertengremium (IASB EAP) hat im Rahmen seiner Veröffentlichung vom Oktober 2008[6] die grundsätzliche Konformität der IFRS-Bewertungsvorschriften mit denen der US-GAAP bestätigt und stellt eine Vielzahl von Beispielen zum Thema Bewertung und Anhangsangaben in inaktiven Märkten dar. Der Thematik der zu verwendenden „Diskontierungsfaktoren“ hat sich erstmalig das IDW in seinen Schreiben an das IFRIC im Oktober und Dezember 2008[7] angenommen.

Anhangsangaben

  • Bei der Inanspruchnahme der neuen Umklassifizierungen sind zu diesen Beständen gemäß der IFRS 7-Änderungen[8] vom Oktober/November 2008 Zusatzangaben im Anhang anzugeben. Mit der im März 2009 veröffentlichten Änderung des IFRS 7[9] sind zudem Anhangsangaben zum Fair Value (FV) gemäß der neu eingeführten dreistufigen Fair Value Hierarchie zu veröffentlichen. Die Fair Value Hierarchie nach IFRS 7 entspricht nun der US-amerikanischen Regelung im SFAS 157. So sind nun die in der Bilanz zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten eine der drei Fair Value-Level zuzuordnen. Für die Level 3-Finanzinstrumente ist die Entwicklung des Buchwertes im laufenden Geschäftsjahr detailliert aufzureißen.


[5]       Vgl. RV FASB.

[6]       Vgl. RV IAS 39/IFRS 7 (EAP).

[7]       Vgl. RV IDW (DCF_1) und RV IDW (DCF_2).

[8]       Vgl. RV IAS 39/IFRS 7 (am. 10/2008) und RV IAS 39/IFRS 7 (am. 11/2008).

[9]       Vgl. RV IFRS 7 (am. 03/2009).


·        Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12




Finanzkrise (HGB)

Frage: Welche Folgen hatte die Finanzkrise für das HGB? 

Überblick

  • Die im Rahmen der Finanzkrise diskutierten Fragestellungen zur IFRS-Rechnungslegung haben auch eine gewisse Auswirkung auf die HGB-Bilanzierung. So hat das IDW im Januar 2009 einen Rechnungslegungshinweis zur „Umwidmung und Bewertung von Forderungen und Wertpapieren nach HGB“ (IDW RH HFA 1.014)[1] veröffentlicht.

Umklassifizierung

  • Anders als nach IFRS wurden die Umklassifizierungen im HGB nicht geändert, der Rechnungslegungshinweis stellt allerdings noch einmal klar, wie die im IFRS-Umfeld diskutierte Thematik zur Umklassifizierung nach dem geltenden HGB geregelt ist (siehe Abbildung 178). Das IDW weist in dem Rechnungslegungshinweis daraufhin, dass bei einer Umklassifizierung aus dem Umlaufvermögen in das Anlagevermögen auf einen Gleichlauf in den HGB- und IFRS-Rechenwerken zu achten ist, da der verfolgte Geschäftszweck unabhängig von der Rechnungslegungssystematik sei (Tz. 24 des IDW RH). So zieht eine Umklassifizierung von der Bewertungskategorie Trading (TRD) nach Held to Maturity (HTM) nach IFRS eine korrespondierende Umklassifizierung im HGB-Abschluss nach sich. Vice versa muss dies allerdings nicht so sein, da – anders als nach HGB – die Umklassifizierung nach IFRS eine Wahlrecht darstellt. Auch nach dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) bleiben die bisherigen Umklassifizierungsmöglichkeiten bestehen. Bei Kreditinstituten wurde im § 340e Abs. 3 Satz 4 HGB n.F. klar gestellt, dass Stand Alone-Derivate in eine Bewertungseinheit (BWE) umklassifiziert werden können und vice versa. Zudem können Finanzinstrumente des Handelsbestands umklassifiziert werden, wenn durch außergewöhnliche Umstände die ursprüngliche Handelsabsicht der Bank aufgegeben wird.

[1]       Vgl. RV IDW RH HFA 1014.

Umklassifizierungen HGB aufgrund Finanzkrise


Abbildung 178: Umklassifizierungen HGB

Fair Value Hierarchie

  • Unter dem Punkt 4 der Stellungnahme IDW RH HFA 1.1014 nimmt das IDW auch Stellung zur Bewertung in illiquiden Märkten. Die Erfahrungen aus der Finanzkrise haben dazu geführt, dass die im Rahmen des BilMoG für Kreditinstitute eingeführte Fair Value Bewertung für Nicht-Kreditinstitute – anders als ursprünglich geplant – nicht umgesetzt wurde. 

·        Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



Finanzkrise und IPSAS

Frage: Was waren die Auswirkungen der Finanzkrise auf die IPSAS? 

  • Die International Public Sector Accounting Standards (IPSAS) sind hinsichtlich der Rechnungslegung von Finanzinstrumenten nicht besonders gut aufgestellt, zumal der einzige Finanzinstrumente-Standard IPSAS 15 veraltet ist (2001) und ein Standard für die Bilanzierung und Bewertung auf Basis von IAS 39 ganz fehlt. Deshalb und auch in Anbetracht der globalen Finanzkrise hat das IPSAS-Board auf dem Meeting vom Oktober 2008 beschlossen, das bereits seit Frühjahr 2008 laufende Projekt „Finanzinstrumente“ zu priorisieren [1]. Im ersten Quartal 2009 soll ein Exposure Draft präsentiert werden. Der IAS 39 soll dabei nicht groß verändert übernommen werden. Etwas mehr Anpassungen sind möglicherweise bei der Übernahme des IFRS 7 erforderlich.

[1]       Vgl. Bergmann, S. 2.

·        Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12





Firm Commitment

Frage: Wie sind Firm Commitments zu bilanzieren? 

  • Firm Commitments (Feste Verpflichtungen) sind nach IFRS nicht zu bilanzieren. Z.B. der Terminkauf (eines Euro-Bilanzierers) von Öl in USD in einem Jahr zum heutigen Terminkurs für die Nutzung für die eigene Produktion (sog. Own-Use-Kontrakte) wird während der Einjahreslaufzeit nicht als Vermögenswert bilanziert. Der Ansatz eines Vermögenswertes erfolgt erst in einem Jahr, wenn das Öl geliefert wird.
  • Eine Feste Verpflichtung kann aber Gegenstand eines Fair Value Hedge sein. Dann ist der auf die feste Verpflichtung entfallende Hedge Fair Value (HFV) sehr wohl zu aktivieren oder zu passivieren. Z.B. zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos aus dem in einem Jahr in USD zu zahlenden Ölpreises (Fortsetzung des Beispiels oben) schließt das Unternehmen ein Devisentermingeschäft ab, welches es als Hedging Instrument im Rahmen eines Fair Value Hedges der festen Verpflichtung zuordnet. Die feste Verpflichtung selber, also der Terminkauf des Öls, ist weiterhin nicht zu bilanzieren, sehr wohl aber der auf die feste Verpflichtung entfallende Hedge Fair Value, der die Fair-Value-Veränderung der Wechselkursentwicklung USD zu EUR widerspiegelt.
  • Die Absicherung eines Firm Commitments gegen Währungsrisiken kann alternativ auch im Rahmen eines Cashflow Hedge erfolgen (IFRS 9.6.5.11). 

·        Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



Fondsanteile

  • Siehe Finanzinstrument
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



Fortgeführte Anschaffungskosten (FAK)

Frage: Wie funktioniert die Bewertung mit fortgeführten Anschaffungskosten (FAK)? 

  • Fremdkapital-Finanzinstrumente der Kategorie Verbindlichkeiten (L) werden im Rahmen der Folgebewertung mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Dies ist der Betrag, mit dem ein finanzieller Vermögenswert oder eine finanzielle Schuld bei der erstmaligen Erfassung (Zugangsbewertung) bewertet wurde, abzüglich Tilgungen, abzüglich (zuzüglich) der Auflösung von Agio (Aufgeld) / Disagio (Abgeld) gemäß der Effektivzins-Methode sowie abzüglich etwaiger außerplanmäßiger Abschreibungen.
  • Bezüglich Eigenkapital-Finanzinstrumente siehe At Cost.
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12


Framework

  • Siehe Rahmenkonzept
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12


Fremdkapital-Papiere

  • Siehe Finanzinstrument
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



Fremdwährungsrisiken (FX)

Frage: Was sind Fremdwährungsrisiken? 

  • Eine von drei Hauptrisikoarten, die Gegenstand der Bewertung von Finanzinstrumenten in der Rechnungslegung sind. Die bilanzielle Abbildung des Fremdwährungsrisikos regelt IAS 21. 
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



Full Fair Value (FFV)

 

  • Siehe Fair Value (FV)
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12


 

FX

 

  • Siehe Fremdwährungsrisiken (FX)
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12









E-Mail
LinkedIn