Bewertung

Frage: Was versteht man unter dem Begriff Bewertung? 

  • Gegenstand des finanziellen Risikomanagements ist die Steuerung der Marktpreisrisiken (insbesondere Zinsänderungsrisiken, Rohstoffrisiken, Aktienkursrisiken), Fremdwährungsrisiken und Adressenausfallrisiken. Genau diese Risiken sind auch Gegenstand der bilanziellen Bewertung, jedoch sind hierfür die bilanziellen Fachbegriffe andere sind.
  • Bilanziell ist zwischen der Einzelbewertung (Normalfall) und dem Hedge Accounting, also der zusammengefassten Bewertung von Grund- und Sicherungsgeschäft, zu unterscheiden. 

Abbildung 165: Arten von Risiko (R) in der Bilanzierung

  • Der Zugang erfolgt stets mit dem Fair Value (FV) (siehe Anschaffungskosten).
  • Die Folgebewertung basiert grundsätzlich auf dem Prinzip der Einzelbewertung, das heißt jeder Vertrag ist einzeln zu bilanzieren und zu bewerten. Im Rahmen der Einzelbewertung ist zunächst die so genannte Klassifizierung gem. IFRS 9.4 zu ermitteln. Ihr kommt eine zentrale Bedeutung für die Bewertung zu, da sie die marktpreisinduzierte (ohne FX) Bewertungsmethoden bestimmt. Das Fremdwährungsrisiko wird in IFRS durch einen eigenständigen Standard geregelt (IAS 21). Die Abbildung des Adressenausfallrisikos in der IFRS-Rechnungslegung wird als Impairment bezeichnet.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen können nach IFRS 9.6.4 allerdings Grundgeschäft und Sicherungsinstrument – abweichend von der Einzelbewertung – zusammen bewertet werden. Hier spricht man dann vom sog. Hedge Accounting. IFRS 9 kennt zwei Hedge-Arten: den sog. Fair Value Hedge und den Cashflow Hedge (CFH) Beide können jeweils zur Absicherung von Marktpreisrisiken (ohne FX), Adressenausfallrisiken und/oder Fremdwährungsrisiken eingesetzt werden.
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