SEM-/WEBINARE zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten

Glossar Buchstaben K - N


Kassageschäfte

  • Siehe Finanzinstrument
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



Kategorien

  • Siehe Bewertungskategorien
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12

 


Kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU)

  • Siehe IFRS for Small and Medium Sized Entities (SME).
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12




Kommunen

Frage: Wovon hängt die Rechnungslegungspflicht von Kommunen ab? 

  • Die Rechnungslegungspflichten von (Teilbereichen der) Kommunen hängen davon ab, wie diese organisiert sind; z.B. ob die Teilbereiche verselbständigt sind oder nicht. Als ein Beispiel für die Rechnungslegungspflichten eines verselbständigten Teilbereichs siehe die Ausführungen zu Stadtwerke. Der nicht verselbständigte Teil der Kommunen stellt die – in der Regel durch Beamte geleitete - Kernverwaltung (Regiebetriebe) dar. Aktuell erfolgt in vielen Kernverwaltungen eine Umstellung von der - zurzeit noch dominierenden – Kameralistik auf die kaufmännische Buchführung. Da die Rechnungslegung der öffentlichen Verwaltung in Deutschland den Bundesländern obliegt, gibt es hier allerdings nicht eine einheitliche Rechnungslegung für gesamt Deutschland (so wie dies z.B. beim HGB der Fall ist). Nordrhein Westfalen ist das erste Bundesland, welches ab 2009 für seine kommunalen Verwaltungen die Aufstellung eines Jahresabschlusses nach der kaufmännischen Buchführung fordert (Neue Kommunale Finanzmanagement (NKF)). Die NKF-Rechnungslegungsvorschriften basieren im Wesentlichen auf den Bilanzierungsvorschriften des Handelsgesetzbuch (HGB) für große Kapitalgesellschaften. Insofern sind die im vorliegenden Glossar dargestellten HGB-Regelungen auch für bilanzierende Kommunen relevant. Weitere Informationen zur Rechnungslegung in der öffentlichen Verwaltung enthält die IDW-Stellungnahme ERS ÖFA 1 von 30.10.2001 zur „Rechnungslegung der öffentlichen Verwaltung nach den Grundsätzen der doppelten Buchführung“.[1] Bezüglich der internationalen Rechnungslegung der öffentlichen Verwaltung siehe International Public Sector Accounting Standards (IPSAS).

    [1]       Vgl. RV IDW ERS ÖFA 2001.

  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12






 

Komplexitätsreduktion

Frage: Was versteht man unter der Komplexitätsreduktion? 

  • Aufgrund der Komplexität der IFRS-Bilanzierung von Finanzinstrumenten plant das IASB im Rahmen eines Konvergenzprojekts mit dem US-amerikanischen Standardsetzer (FASB) eine komplette Neustrukturierung der Bilanzierung von Finanzinstrumenten. Dazu hat das IASB im März 2008 das Diskussionspapier „Reduzierung der Komplexität der Berichterstattung über Finanzinstrumente“ (reducing complexity in reporting financial instruments)[1] vorgelegt. Das IASB strebt danach als langfristiges Ziel eine einheitliche Bewertung aller Finanzinstrumente zum Fair Value an. Als Übergangslösung hin zu diesem langfristigen Ziel stellt der Standardsetzer folgende mögliche Zwischenlösungen dar: 1) Veränderung der aktuellen Bewertungsregelungen z.B. durch Reduzierung der Anzahl von Bewertungskategorien, 2) Veränderung der aktuellen Bewertungsregelungen durch prinzipienbasierte Fair-Value-Bewertungsregelung bzw. 3) Vereinfachung des Hedge Accounting. Im Rahmen der Diskussionen über die Finanzkrise beschloss das IASB im November 2008 dieses Projekt zur umfassenden Überprüfung der Bilanzierung von Finanzinstrumenten auf die aktive Agenda des IASB zu nehmen (Financial Instruments – Comprehensive Project).

[1]       Vgl. RV IAS 39 (DP_2008/3).

  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



 





Konzernabschluss

Frage: Wann besteht die Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses? 

  • (HGB / IFRS) Besitzt ein Unternehmen Beteiligungen, so ist zu prüfen, ob es - zusätzlich zu dem verpflichtend aufzustellenden Einzelabschluss - einen Konzernabschluss aufzustellen hat. Dies ist immer dann der Fall, wenn das Mutterunternehmen entweder rechtlich[1] oder aber wirtschaftlich[2] das andere Unternehmen beherrscht. Beispiel: Rechtliche Kontrolle besteht z. B. bei Mehrheit der Stimmrechte der Gesellschafter oder bei Vorliegen eines Beherrschungsvertrages. Wirtschaftliche Kontrolle besteht, wenn neben dem Beteiligungsverhältnis das Mutterunternehmen originäre Leitungsaufgaben für den gesamten Konzern übernimmt und damit eine einheitliche Leitung tatsächlich ausübt. Bezüglich der Frage, ob ein Konzernabschluss nach HGB oder IFRS zu erstellen ist, siehe Rechnungslegung.

[1]       Control-Konzept gem. § 290 Abs. 2 HGB.

[2]       Konzept der einheitlichen Leitung gem. § 290 Abs. 1 HGB.




Kredite und Forderungen

  • Siehe Loans and Receivables (LAR).
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



Kreditinstitute

Frage: Welche Besonderheiten bestehen nach IAS/IFRS für Kreditinstitute? 

  • Für Zwecke der Rechnungslegung sind Unternehmen nach Nicht-Kreditinstituten und Kreditinstituten (Banken) zu differenzieren. Grundsätzlich gelten die IFRS branchenunabhängig für alle Unternehmenstypen. Allerdings differenziert IAS 1 bei den Gliederungsvorschriften zwischen Kreditinstituten und Nicht-Kreditinstituten. Die HGB-Bilanzierung kennt dahingegen explizit branchenspezifische Vorschriften, so u.a. für Kreditinstitute. Die Abgrenzung zwischen Bank und Nicht-Bank ergibt sich aus § 1 des Kreditwesengesetz (KWG). 
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12





 

LAR- und HTM-Impairment

Frage: Wie läuft der Impairment-Prozess ab?

  • Bei der Impairment-Ermittlung ist ein zweistufiger Impairment-Prozess zu durchlaufen. Die nachfolgende Grafik gibt einen Überblick über diesen Prozess. Gemäß IAS 39.64 S.1 ist zunächst für signifikante (Pflicht) und nicht signifikante (Wahl) finanzielle Vermögenswerte festzustellen, ob auf individueller Basis ein objektiver Hinweis auf Wertminderung vorliegt (Einzel-Impairment). Finanzielle Vermögenswerte, bei denen im Rahmen eines durchgeführten Einzel-Impairments kein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung besteht, sowie nicht signifikante finanzielle Vermögenswerte, für die kein Einzel-Impairment durchgeführt wurde, sind in Gruppen finanzieller Vermögenswerte (Portfolien) mit vergleichbaren Ausfallrisikoprofilen aufzunehmen und dann gemeinsam auf objektive Hinweise bezüglich einer Wertminderung (bezogen auf das jeweilige Portfolio) zu untersuchen (Portfolio-Impairment). 
Überblick über IFRS Einzel- und Portfolio-Impairment

Abbildung 184: Überblick über Einzel- und Portfolio-Impairment [1] 

    

[1]       RV IDW RS HFA 9, S. 20.

  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12


Latente Steuer

  • Siehe IAS 12.
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12

 

Level 1 bis 3 

  • Siehe Fair Value Hierarchie.
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



 

 

Loans and Receivables (LAR)

Frage: Was sind Loans and Receivables (LAR)?

 

  • Eine von mehreren IAS 39 Bewertungskategorien. „Kredite und Forderungen“ (Loans and Receivables) sind gemäß IAS 39.9 (1) nicht derivative finanzielle Vermögenswerte, (2) mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, (3) die nicht in einem Aktiver Markt notiert sind, mit Ausnahme von denjenigen, die das Unternehmen der Kategorie (4a) Trading (TRD) bzw. Fair Value by Designation (FVBD) oder (4b) Available for Sale (AFS)zuordnet oder (4c) diejenigen, für die der Inhaber seine ursprüngliche Investition infolge anderer als einer Bonitätsverschlechterung nicht mehr nahezu vollständig wiedererlangen könnte und die dann als AFS einzustufen sind. Gegenstand von LAR können nur Kassageschäfte (siehe 1) und Fremdkapitalpapiere (also keine Aktien, siehe 2) sein, deren Nominale (außer bei einer Bonitätsverschlechterung) wieder zurückgezahlt werden (4c). Diese Fremdkapitalpapiere dürfen nicht auf einem sog. aktiven Markt notiert sein (3). Der Definition des aktiven Marktes kommt an dieser Stelle große Bedeutung zu. 
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



Makro-BWE

Frage: Was ist eine Makro-BWE?

  • (HGB) Eine Makro-BWE stellt eine von drei Arten von Bewertungseinheiten (BWE) dar, die meistens bei Kreditinstituten Anwendung findet. Im Rahmen von Makro-Hedges werden Derivate eingesetzt, die zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos des gesamten Bankbuches abgeschlossen werden, z. B. Zins-Swaps, die bestimmte Aktiv-/Passivüberhänge bestimmter Laufzeitbänder absichern. In der IFRS-Welt entspricht der Fair Value Portfolio Hedge auf Zinsänderungsrisiken (FVPH) dem Grundgedanken der Makro-BWE.
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



Mark to Market

  • Siehe Fair Value Hierarchie.
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12


Mark to Model

  • Siehe Fair Value Hierarchie.
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



Marktpreisrisiko

Frage: Was ist das Marktpreisrisiko?

  • Eine von drei Hauptrisikoarten, die Gegenstand der Bewertung von Finanzinstrumenten in der Rechnungslegung sind.

  • Bezüglich der bilanziellen Berücksichtigung des Marktpreisrisikos (ohne FX) gibt es nach IAS 39 grundsätzlich zwei unterschiedliche Bewertungsmethoden. Entweder eine Bewertung zum Fair Value (FV) oder keine marktpreisinduzierte Bewertung, sondern eine Bilanzierung zu den Fortgeführte Anschaffungskosten (FAK). Welche von den beiden Bewertungsmethoden anzuwenden ist, hängt von der IAS-39 Bewertungskategorien ab.

  • Bezüglich der bilanziellen Abbildung von FX-Risiken siehe Fremdwährungsrisiken (FX)

  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12




Marktwert


  • Siehe Fair Value Hierarchie und Clean Price.
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12




Mikro-BWE

Frage: Was ist eine Mikro-BWE?

  • (HGB) Eine Mikro-BWE stellt eine von drei Arten von Bewertungseinheiten (BWE) dar. Unter Mikro-BWE i. e. S. wird eine 1:1-Beziehung von Grund- und Sicherungsgeschäft verstanden (z. B. 1 Bond long gegen 1 Payer-Swap). Unter Mikro-Hedges i. w. S. wird eine 1:n- oder n:1- oder aber auch n:m-Beziehung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft verstanden (z. B. 1 Bond long gegen mehrere Payer-Swaps ähnlicher Ausprägung bzw. mehrere Bonds ähnlicher Ausprägung long gegen 1 Payer-Swap). Bei Kreditinstituten können Mikros sowohl im Bankbuch als auch im Handelsbestand vorkommen. Das Pendant zur Mikro-BWE stellt der Fair Value Hedge (FVH) bei den IFRS dar.
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12


Mittelstand

  • Siehe IFRS for Small and Medium Sized Entities (SME).
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12


 

Mixed Model

Frage: Was versteht man unter Mixed Model?

  • Unter Mixed Model versteht man eine Bewertungssystematik, die ein Nebeneinander unterschiedlicher Bewertungsmethoden vorsieht. Das Mixed Model des IAS 39 sieht z.B. bei der Bewertung des Marktpreisrisikos (ohne FX) entweder eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten oder aber zum Fair Value vor. 
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12




Monetäre Posten (monetary items)

Frage: Was sind monetäre Posten (monetary items)?

  • Die Bilanzierung von Fremdwährungsgeschäften gemäß IAS 21 hängt davon ab, ob sie als sog. monetäre oder nicht monetäre Posten einzustufen sind. Monetäre Posten sind gem. IAS 21.8 i. V. m. IAS 21.10 im Besitz befindliche Währungseinheiten sowie Vermögenswerte und Schulden, für die das Unternehmen ein feste oder bestimmbare Anzahl von Währungseinheiten erhält oder bezahlen muss. Mit Blick auf Finanzinstrument kann man stark vereinfacht sagen, dass alle Fremdkapitalpapiere (z. B. Bonds) monetäre Posten i. S. d. IAS 21 darstellen und (gehaltene) Eigenkapitalpapiere (z. B. Investments in Aktien) nicht monetäre Posten. 
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12




Neubewertungsrücklage

Frage: Was wird in der Neubewertungsrücklage erfasst? 

  • Fair Value (FV)-Veränderungen von Finanzinstrumenten der Kategorie Available for Sale (AFS) werden GuV-neutral direkt im bilanziellen Eigenkapital erfasst, in der sogenannten Neubewertungsrücklage. 
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



 

Neue Kommunale Finanzmanagement (NKF)

Frage: Was ist das neue kommunale Finanzmanagement (NKF)? 

  • Zurzeit vollzieht sich in der deutschen öffentlichen Verwaltung ein Paradigmenwechsel von der Kameralistik zur Doppik. Sukzessive stellen in der nächsten Zeit diverse Gebietskörperschaften ihre Buchhaltung von der zahlungsorientierten einfachen Rechnungslegung (Kameralistik) auf die ressourcenverbrauchsorientierte doppelte Rechnungslegung (Doppik) um. Da die Rechnungslegung der öffentlichen Verwaltung in Deutschland den Bundesländern obliegt, gibt es hier allerdings keine einheitliche Rechnungslegung für gesamt Deutschland (so wie dies z.B. beim Handelsgesetzbuch (HGB) der Fall ist). Das Land Nordrhein-Westfalen ist das erste Bundesland, welches ab 2009 für seine Kommunen – im Rahmen des sogenannten „Neue Kommunale Finanzmanagement“ (NKF [1]) - die Aufstellung eines Jahresabschlusses nach der Doppik fordert.

        

    [1]       www.neues-kommunales-finanzmanagement.de.

  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12




Nicht-Kreditinstitute


  • Siehe Kreditinstitute
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12





Nicht-monetäre Posten (non monetary items)


  • Siehe Monetäre Posten (monetary items).
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12






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