SEM-/WEBINARE zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten

Glossar Buchstabe I



IAS 1

Frage: Was beinhaltet der IAS 1? 

  • IAS 1 „Darstellung des Abschlusses“ enthält Mindestangaben zum Bilanz- und GuV-Ausweis, die auch Finanzinstrumente betreffen. [1]

        

    [1]       Vgl. RV EU (2008), S. 5-21.

  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



 

IAS 12

Frage: Was beinhaltet der IAS 12? 

  • IAS 12 „Ertragsteuern“ beschäftigt sich u. a. mit den sog. Latenten Steuern.[1] Da die IFRS- und Steuerbilanzierung temporär auseinander laufen können und dadurch in der IFRS-Bilanz – wirtschaftlich gesehen – temporär zu viel oder zu wenig ausgewiesen werden kann, wird in der IFRS-Bilanz so getan, als ob die Besteuerung so wie in der IFRS-Bilanz dargestellt erfolgen würde. Die anhand dieser Simulation ermittelten „Korrekturbeträge“ werden in der Bilanz und der GuV unter latenten Steuern gebucht. Auch bzw. gerade bei Finanzinstrumenten treten solche temporären Differenzen auf, die dann Gegenstand von latenten Steuern sind. 
  • Zum Beispiel dürfen unrealisierte Gewinne aus einer Marktbewertung eines Zins-Swaps in der IFRS-Bilanz wegen des Realisationsprinzips nicht in der Steuerbilanz gezeigt werden. Gegen diesen unrealisierten Ertrag von z. B. 100 GE in der IFRS-GuV ist dann ein Aufwand aus latenten Steuern in Höhe von -30 GE (bei angenommener Konzernsteuerquote von 30 %) gebucht, sodass mit netto 70 GE genau der Betrag ausgewiesen wird, der dann bei einer Realisierung c.p. tatsächlich so auch endgültig in die Bücher gehen würde


[1]       Vgl. RV EU (2008), S. 53-71.

  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12

 






 

IAS 21

Frage: Was beinhaltet der IAS 21? 

  • IAS 21 „Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse behandelt die Fremdwährungsumrechnung und -bewertung und ist insofern hinzuziehen, wenn es um die Bilanzierung von Fremdwährungs-Exposure (sowohl Transaktions- als auch Translations-Exposure) geht [1].
  • Die Bilanzierung von Fremdwährungsgeschäften (Transaktions-Exposure) hängt davon ab, ob sie als sog. monetäre oder nicht monetäre Posten einzustufen sind. Gemäß IAS 21.23 sind Fremdwährungsgeschäfte wie folgt zu bewerten: (1) Monetäre Posten (monetary items) in einer Fremdwährung sind unter Verwendung des Stichtagskurses umzurechnen; (2) Nicht-monetäre Posten (non monetary items), die zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet werden, sind mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalles umzurechnen und (3) nicht monetäre Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, sind mit dem Kurs umzurechnen, der am Tag der Ermittlung des Wertes gültig war. Beispiel dazu: (1) Sämtliche Fremdkapitalpapiere (Forderungen, Verbindlichkeiten, Bonds, Schuldscheindarlehen etc.) unabhängig von der IAS-39-Kategorie. (2) Beteiligungen, die zu Anschaffungskosten bewertet werden. (3) Aktien der Kategorien Available for Sale (AFS), Trading (TRD) und Fair Value by Designation (FVBD).
  • Die Währungsumrechnung eines (selbstständigen) ausländischen Tochterunternehmens stellt sich in der Regel als Transformationsvorgang von der Fremdwährungsbilanz in die Euro-Bilanz der Mutter dar (Translations-Exposure). Gemäß IAS 21.39 erfolgt diese Transformation nach der sog. Qualifizierte Durchschnittsmethode.

    

     [1]       Vgl. RV EU (2008), S. 134-141.

  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12





IAS 30

Frage: Was beinhaltet der IAS 30? 

  • IAS 30 „Angaben im Abschluss von Banken und ähnlichen Finanzinstitutionen“ war der einzige branchenspezifische IFRS-Standard im Umfeld der Rechnungslegung von Finanzinstrumenten. Der IAS 30 wurde durch Inkrafttreten des IFRS 7 abgelöst (2007). 
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12





IAS 32

Frage: Was beinhaltet der IAS 32? 

  • Der IAS 32 „Finanzinstrumente: Darstellung“ enthält eine Vielzahl von Definitionen zu dem Themenkomplex Finanzinstrumente und regelt die Abgrenzung von Eigenkapital und Fremdkapital auf der Passivseite[1].


        

    [1]       Vgl. RV EU (2008), S. 179-194.

  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12





 

IAS 39

Frage: Was beinhaltet der IAS 39? 

 

  • IAS 39 „Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung“ stellt das „Herz“ der Bilanzierungsvorschriften für Finanzinstrumente dar, da er die materiell wichtigen Vorschriften zum Ansatz und insbesondere zur Bewertung (Mixed Model, Hedge Accounting) beinhaltet.[1]

    [1]       Vgl. RV EU (2008), S. 270-322.

  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12

  



IFRS 7

Frage: Was beinhaltet der IFRS 7? 

  • Der IFRS 7 „Finanzinstrumente: Angaben“ gibt vor, welche Anhangsangaben zu Finanzinstrumenten zu machen sind. Dies betrifft Zusatzangaben zur Bilanz, GuV und Marktwerten genauso wie eine Vielzahl von Risikoangaben. [1]

    

     [1]       Vgl. RV EU (2008), S. 417-432.

  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12





IFRS for Small and Medium Sized Entities (SME)

Frage: Was beinhaltet der IFRS for Small and Medium Sized Entities (SME) ? 

  • Die aktuellen IFRS berücksichtigen zurzeit nicht die Besonderheiten von mittelständischen Unternehmen (klein und mittelgroße Unternehmen KMU). Daher hat das IASB für diese Unternehmensgruppe einen eigenen Standard [1] veröffentlicht, der zwar grundsätzlich auf den allgemeinen IFRS-Standards aufbaut, aber für bestimmte Bereiche teilweise erhebliche Vereinfachungen im Vergleich zum vollständigen IFRS-Regelwerk vorsieht. Der Standard firmierte zwischenzeitlich unter „IFRS for Non-publicly Accountable Entities“ (NPAEs), nach dem er zunächst „IFRS for small and medium sized entities“ (SME) und dann „IFRS for private entities“ hieß, um nun endgültig doch wieder unter SME zu firmieren. 
  • Die Vereinfachungen betreffen auch den Bereich der Finanzinstrumente. Der für Finanzinstrumente relevante Teil in dem IFRS for SME stellen der Abschnitt 11 „Basis-Finanzinstrumente“ und der Abschnitt 12 „Weitere Finanzinstrumente-Sachverhalte“ dar. Gegenstand von Abschnitt 11 sind einfache Fremdkapitalpapiere, wohingegen Abschnitt 12 sich mit komplexeren Instrumenten und einfachen Hedging-Strukturen beschäftigt. Da die IFRS for SMEs u.a. in Deutschland sehr kontrovers diskutiert werden, soll das durch BilMoG modernisierte HGB hierzu eine Alternative darstellen. Bezüglich der Modernisierungsüberlegungen auf EU-Ebene siehe Bilanzrichtlinie, EG, 4. und 7.

    [1]       Vgl. RV IFRS für KMU (2009).

  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12




IFRS-Standards; Überblick

Frage: Welche Standards sind für die Bilanzierung von Finanzinstrumenten relevant?

  • Die für die Bilanzierung von Finanzinstrument relevanten IFRS-Vorschriften verteilen sich über mehre Einzelstandards. Die Hauptstandards sind der IAS 32, IAS 39 und IFRS 7. Das „Herz“ der Bilanzierungsvorschriften für Finanzinstrumente ist der IAS 39; er regelt u.a. die Bewertung.
  • Vier weitere IFRS-Vorschriften – IAS 12, IAS 21, IAS 1, Rahmenkonzept – regeln nicht explizit nur Sachverhalte zu Finanzinstrumenten, beeinflussen aber auch deren Bilanzierung. 
Für Finanzinstrumente relevante IFRS Standards

Abbildung 183: Für Finanzinstrumente relevante Standards

  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12




Impairment

Frage: Was ist das Impairment?

  • Anders als bei der Fair Value (FV)-Bewertung geht es beim Impairment-Test um die Ermittlung einer gegebenenfalls vorhandenen dauerhaften Wertminderung von Finanzinstrumenten. Gemäß IAS 39.58 Satz 1 ist an jedem Bilanzstichtag zu ermitteln, ob Objektive Hinweise auf eine dauerhafte Wertminderung schließen lassen. Liegen objektive Hinweise für ein Impairment vor, so ist der Impairmentbetrag als Aufwand in der GuV zu erfassen.
  • Bei Finanzinstrumenten der Kategorie Fair Value through Profit and Loss (FVTPL) wird über die GuV-wirksame Erfassung der Fair Value-Veränderung indirekt auch bereits eine mögliche dauerhafte Wertminderung in der GuV erfasst, so dass für Finanzinstrumente dieser Kategorie ein separater Impairmenttest nicht erforderlich ist. Bei Finanzinstrumenten der Kategorien Loans and Receivables (LAR) und Held to Maturity (HTM) ergibt sich der Impairmentbetrag aus der Differenz der Fortgeführte Anschaffungskosten (FAK) und dem niedrigeren sogenannten Recoverable Amount. Bei Finanzinstrumenten der Kategorie Available for Sale (AFS) ergibt sich der Impairmentbetrag aus der Differenz der fortgeführten Anschaffungskosten und dem Fair Value. Der Impairmentbetrag ist ergebniswirksam zu erfassen. 

  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



Inter-company Geschäfte

  • Siehe Interne Geschäfte.
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



International Financial Reporting Standards (IFRS)

Frage: Was versteht man unter den International Financial Reporting Standards?

 

  • Zum einen stellen die IFRS den Oberbegriff für alle vom International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlichten Rechnungslegungsvorschriften dar. Beispiel: In Deutschland existiert neben der nationalen Rechnungslegung HGB die internationale IFRS-Rechnungslegung. Zum anderen wird der Begriff IFRS für alle vom IASB seit 2003 neu verabschiedeten Rechnungslegungsvorschriften verwendet. Die bis 2002 verabschiedeten Vorschriften werden weiterhin unter den Bezeichnungen International Accounting Standards (IAS) veröffentlicht Beispiel: Der IFRS 1 beschäftigt sich mit der „erstmaligen Anwendung der IFRS“, der IAS 1 dahingegen mit der „Darstellung des Abschlusses“. 
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12





International Public Sector Accounting Standards (IPSAS)

Frage: Was versteht man unter den International Financial Reporting Standards?

  • IPSAS stellt den internationalen Rechnungslegungsstandard für die öffentliche Verwaltung dar, der sich an den International Financial Reporting Standards (IFRS) orientiert. Ein weiterer Schritt für die öffentliche Verwaltung nach der Umstellung auf nationaler Ebene von der Kameralistik auf die (HGB-) Doppik (siehe Neue Kommunale Finanzmanagement (NKF)) könnte die Umstellung auf die internationalen Rechnungslegungsvorschriften für die öffentliche Verwaltung IPSAS sein. Auf Deutschland bezogen könnten die Gebietskörperschaften wie Bund, Länder und Kommunen IPSAS anwenden. 
  • Bei den IPSAS handelt es sich derzeit lediglich um Empfehlungen. Rechtsverbindlich würden diese Empfehlungen erst, wenn sie in nationales Recht umgesetzt werden. Dies ist in Deutschland bislang nicht der Fall und daher finden die IPSAS zurzeit in Deutschland keine und in der EU erst in wenigen Staaten Anwendung. Anders dahingegen in der Schweiz sowie der EU-Kommission[1], OECD und NATO, die bereits IPSAS anwenden. Von den zurzeit 26 IPSAS-Standards regelt lediglich der IPSAS 15 (“Darstellung und Angaben von Informationen über alle Arten von Finanzinstrumenten“) als Pendant zum IAS 32 Sachverhalte zu Finanzinstrumente. Für die nicht von IPSAS abgedeckten Sachverhalte, werden alternativ nationale Vorschriften oder aber die IFRS herangezogen, mit Blick auf Finanzinstrumente also der IAS 39 und IFRS 7. Siehe auch Finanzkrise und IPSAS.

    

     [1]       Vgl. EU-KOM (2007).

  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12




Interne Geschäfte

Frage: Was versteht man unter den International Financial Reporting Standards?

  • IFRS verbietet explizit (anders als HGB) die Bilanzierung von internen Geschäften (IAS 39.73, IAS 39.IG F1.4). Unter internen Geschäften werden in diesem Zusammenhang in der Regel Geschäfte zwischen Organisationseinheiten ein und derselben Unternehmung (Rechtsform) verstanden (sog. intra-office Geschäfte). Sie betreffen somit die (Meldedaten) des Einzelabschlusses. Interne Geschäfte nach IFRS können nicht Gegenstand einer Sicherungsbeziehung sein; diese müssen nach IFRS generell extern am Markt abgeschlossen werden. Gleiches gilt für konzerninterne Geschäfte (sog. inter-company Geschäfte) auf Ebene des Konzernabschlusses (sog. Konzernhedges). 
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12





 

Intra-Office-Geschäfte

 

  • Siehe Interne Geschäfte.
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12







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