SEM-/WEBINARE zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten

Glossar Buchstaben G - H



Geplanter und höchst wahrscheinlicher Geschäftvorfall 

  • Siehe Planed Future Transaction.
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



Grundgeschäft

Frage: Welche Grundgeschäfte können im Rahmen des Hedge Accounting abgesichert werden? 

  • Grundgeschäfte (hedged item), die im Rahmen des Hedge Accounting abgesichert werden können, sind:
  • (1) ein bilanzierter Vermögenswert oder eine bilanzierte Verbindlichkeit (also originäre Finanzinstrumente der Kategorien LARHTMAFSL), 
  • (2) eine bilanzunwirksame feste Verpflichtung (Firm Commitment), 
  • (3) ein geplanter und höchst wahrscheinlicher Geschäftvorfall (Planed Future Transaction) oder 
  • (4) eine Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb. 
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12


Haben-Buchung

  • Siehe Buchungskonventionen.
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



Handelsgesetzbuch (HGB)

Frage: Welche Bewertungsvorschriften für Finanzinstrumente gelten im HGB?

 

  • (HGB) Das HGB kodifiziert die deutsche Rechnungslegung. Für Finanzinstrumente gibt es keine speziellen Vorschriften, so wie dies nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) der Fall ist. 
  • Nach HGB gelten für Finanzinstrumente die allgemeinen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften. (1) Vorschriften für alle Kaufleute (§ 238 ff. HGB ) und (2) Ergänzende Vorschriften für Kapitalgesellschaften (§ 264 ff. HGB). U.a. für Kreditinstitute sind darüber hinaus die branchenspezifischen Vorschriften der §§ 340 ff HGB zu beachten sowie die Rechnungslegungsverordnung für Kreditinstitute (RechKredV).

·        Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



Hedge Accounting

Frage: Was versteht man unter Hedge Accounting? 

  • Unter bestimmten Voraussetzungen können nach IAS 39 Grundgeschäftgeschäft (hedged item)- und Sicherungsgeschäft (hedging instrument / hedging derivat) abweichend von dem Prinzip der Einzelbewertung zusammen bewertet werden. Hier spricht man dann vom sog. Hedge Accounting.

  • Beispiel (1): Kauf eines Schuldscheindarlehen (SSD), der mit einem Payer-Swap gegen steigende Zinsen abgesichert wird. Beispiel (2): Kauf einer Floating Rate Note (FRN). Da in der Zukunft aber ein fester Zinszahlungsstrom benötigt wird, werden die aus der FRN erhaltenen variablen Zinsen im Rahmen eines Receiver-Swaps -durchgereicht und dafür Festzins erhalten. 

  • Bis auf eine Ausnahme (Absicherung von Fremdwährungsrisiken) benötigt man für Hedge Accounting ein Derivat (als Sicherungsinstrument). Ohne Derivate stellt sich daher grundsätzlich die Frage nach Hedge Accounting nicht. Die Notwendigkeit zum Hedge Accounting ergibt sich aus der unterschiedlichen bilanziellen Behandlung in den verschiedenen Kategorien von Finanzinstrumenten nach IAS 39 (Mixed Model).

Beispiel zum Hedge Accounting (I)

Abbildung 179: Beispiel zum Hedge Accounting (I)

  • Würde man jeweils die beiden Finanzinstrumente streng einzeln bewerten, hätte man eine volatile GuV und dadurch ein volatiles Eigenkapital, obwohl ökonomisch eine geschlossene Position vorliegt.
  • In t0 würde das Kassageschäft mit den Anschaffungskosten von 100 EUR aktiviert. Der Swap wäre zwar in der Buchhaltung zu erfassen, aber mit einem Netto-Fair-Value von 0 EUR nicht in der Bilanz sichtbar. In t1 hätte man in beiden Fällen einen Ertrag in Höhe von 1,7 EUR aus der Fair-Value-Bewertung des Zins-Swaps. Aus den Kassageschäften sind allerdings keine gegenläufige Effekte zu erfassen, da im Fall 1 das Schuldscheindarlehen der Kategorie Loans and Receivables (LAR) zugeordnet ist und daher keine Marktbewertung erfolgt und im Fall 2 die FRN zwar mit dem Marktwert zu bilanzieren ist, dieser bei dem Floater aber annähernd bei 100 % ist.
Beispiel zum Hedge Accounting (II


  Abbildung 180: Beispiel zum Hedge Accounting (II)

Abbildung 181: Beispiel zum Hedge Accounting (III)

  • Im Beispiel 2 könnte das Derivat im Rahmen eines sog. Cashflow Hedge (CFH) gem. IAS 39.95 ff. als Sicherungsinstrument designiert werden. Als bilanzielle Konsequenz erfolgt ein Ausweis der Fair-Value-Veränderung des Derivats nicht mehr in der GuV, sondern direkt im Eigenkapital in der Cash-Flow-Hedge-Rücklage. Somit wäre die Volatilität aus der GuV eliminiert, die im Eigenkapital würde aber bleiben.
  • Im Beispiel 1 könnte das Derivat im Rahmen eines sog. Fair Value Hedge (FVH) gem. IAS 39.89 ff. als Sicherungsinstrument designiert werden. In diesem Fall bleibt die Bilanzierung des Derivates im Grunde unverändert, aber die Bilanzierung des Grundgeschäftes würde sich jedoch ändern. Anstatt der Fortgeführte Anschaffungskosten (FAK) würde nun hier der Hedge Fair Value (HFV) bilanziert, also die zinsinduzierte Fair-Value-Veränderung würde auf die FAK gebucht werden. Dies sind im vorliegenden Fall -1,7 EUR. Diese werden in die GuV gebucht und ergeben dort mit den +1,7 EUR aus dem Derivat ein ausgeglichenes GuV-Ergebnis. Beim Fair Value Hedge wird die Volatilität in der GuV und im Eigenkapital reduziert oder - wie im vorliegenden Beispiel 2 - eliminiert. 
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12





Hedge Adjustment

Frage: Was versteht man unter Hedge Adjustment? 

  • Das Hedge Adjustment stellt den Betrag dar, um den der Buchwert (ohne Hedge Accounting) angepasst werden muss, um den Hedge Fair Value (HFV) als Buchwert abzubilden. 

 






Hedge Fair Value (HFV)

Frage: Was ist der Hedge Fair Value (HFV)? 

 

  • Anders als der Full Fair Value (FFV) beinhaltet der Hedge Fair Value (HFV) nicht alle Risiken, sondern nur die Wertveränderung bezogen auf das im Rahmen einer Hedge Beziehung Abgesichertes Risiko. Zur Ermittlung siehe Discounted Cashflow Methode (DCF).
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12






Hedge Arten

Frage: Welche Hedge Arten gibt es? 

  • Durch Hedge Accounting kann eine ansonsten verzerrende IFRS-Bilanzierung reduziert oder eliminiert werden. Buchungstechnisch erfolgt dies bei einen Fair Value Hedge (FVH) dadurch, dass sich das Grundgeschäft der Bilanzierung des Derivats anpasst und somit die – auf das abgesicherte Risiko entfallende – Fair Value (FV)-Veränderung aus dem Grundgeschäft ebenfalls in die GuV gebucht wird und dort auf die gegenläufige Wertentwicklung des Derivat trifft. Bei einem Cashflow Hedge (CFH) hingegen dadurch, dass die Gegenbuchung zur Fair-Value-Erfassung des Derivates in der Bilanz nicht gegen die GuV, sondern gegen das Eigenkapital ausgesteuert wird.
  • Diese beiden Techniken des Hedge Accounting können nun in verschiedenen Konstellationen vorkommen. Abbildung 182 gibt einen Überblick über die Hedge-Arten und ordnet ihnen auch die in der HGB-Welt gebräuchlichen Begriffe von Bewertungseinheiten (BWE) zu. 

 

Hedge-Arten/-Techniken

Abbildung 182: Hedge-Arten/-Techniken


  • Somit kennt der IAS 39 mit dem Fair Value Hedge Accounting und dem Cashflow Hedge Accounting zwei Haupt-Hedge-Arten, bei denen es jeweils neben der eigentliche Hedge-Art noch eine besondere Ausprägung gibt, sodass es insgesamt vier Hedge-Arten (-Ausprägungen) gibt (FVH, FVPH, CFH und CFH einer Nettoinvestition). Im IAS 39 selbst wird rein formal nur von drei Hedge-Arten gesprochen, da der FVPH dort nicht als eigene Hedge-Art aufgeführt ist. 
  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12




    Hedged item

    Frage: Was ist das Hedged item? 

    • Das hedged item ist das Grundgeschäft einer Sicherungsbeziehung. Siehe Hedge Accounting. 
    • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



    Hedging Instrument

    • Siehe Sicherungsinstrument.
    • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12



    Held to Maturity (HTM)

    Frage: Was bedeutet Held to Maturity (HTM)? 

    • Eine von mehreren IAS 39 Bewertungskategorien. Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen (held-to-maturity investments) sind gem. IAS 39.9 wie folgt definiert. (1) nicht derivative finanzielle Vermögenswerte (2) mit festen oder bestimmbaren Zahlungen sowie einer festen Laufzeit, (3) die das Unternehmen bis zur Endfälligkeit halten will und kann, mit (4) Ausnahme von denjenigen, die das Unternehmen beim erstmaligen Ansatz der Kategorie Fair Value by Designation (FVBD), Available for Sale (AFS) oder Loans and Receivables (LAR) zuordnet und (5) kein sog. Tainting vorliegt. 
    • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12




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