Clean Price

Frage: Was versteht man unter dem Clean Price?

  • Subtrahiert man von dem Dirty Price die Stückzinsen und die Zinsabgrenzung, so erhält man den Clean Price (siehe Abbildung 57). Stückzinsen sind aufgelaufene Zinsansprüche, die vom Käufer einer kupontragenden Anleihe an den Verkäufer gezahlt werden müssen. 
  • Beim Kauf einer Anleihe ist dem Vorbesitzer also nicht nur der Kurs, sondern auch sein noch ausstehender Anteil am Kupon zu bezahlen. 
  • Als Zinsabgrenzung werden in diesem Buch am Bilanzstichtag noch ausstehende Zinszahlungen verstanden, die wirtschaftlich der Berichtsperiode zuzuordnen sind, aber cash-mäßig noch nicht geflossen sind, da der Kupontermin noch aussteht. Anders als Stückzinsen, sind die Zinsabgrenzungen GuV-wirksam zu erfassen.
  • Hinweis: In der Praxis werden unter Zinsabgrenzung auch Stückzinsen (so wie oben definiert) subsumiert und vice versa, d.h. unter Stückzinsen auch Zinsabgrenzungen (wie oben definiert). Als Synonym für Stückzinsen und/oder Zinsabgrenzung (wie oben definiert) wird manchmal auch der Begriff der „aufgelaufenen Zinsen“ verwandt. 
  • Im Rahmen der Fair Value-Bewertung eines Finanzinstrumentes für Rechnungslegungszwecke ist der Clean Price heranzuziehen. Der gesamte Buchwert des Finanzinstrumentes zum Bilanzstichtag ergibt sich aus dem Clean Price plus der Zinsabgrenzung und plus Stückzinsen. Somit entspricht der gesamte Buchwert dem Dirty Price (Barwert).
  • In der Praxis als auch im vorliegenden Buch werden die Begriffe Fair Value, Full Fair Value, beizulegender Zeitwert und Markwert abwechselnd und synonym verwandt. Sie entsprechen alle dem Clean Price.


Abbildung 171: Beispiel zu Clean Price und Dirty Price

Abbildung 172: Barwert, Dirty Price, Clean Price, Fair Value

  • Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12
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