Buchungskonventionen

Frage: Was sind die Buchungskonventionen? 

  • Egal ob nach der HGB-, IFRS oder IPSAS-Rechnungslegung bilanziert wird, Rechnungslegungssachverhalte münden letztendlich immer in Buchungssätze, die aus Soll- und Haben-Buchungen bestehen. Nachfolgend werden die Buchungskonventionen zur Bildung dieser Buchungssätze dargestellt. Da „Soll“ (per) und „Haben“ (an) in den Buchhaltungssystemen mit Plus bzw. Minus abgebildet werden, geht es nachfolgend letztendlich um die Frage nach dem „richtigen“ Vorzeichen beim Buchen.
  • Ausgangslage sind die Bilanz-Konten, auf denen gebucht wird. Hier unterscheidet man zwischen Aktiv-Konten und Passiv-Konten. Die Aktiv-Konten sind die Bestandskonten, die sich in der Bilanz auf der Aktivseite (Mittelverwendung) befinden. Entsprechend sind die Passiv-Konten die Bestandskonten, die sich in der Bilanz auf der Passivseite (Mittelherkunft) befinden. Diese Konten erfahren durch Buchungen einen Zugang (Mehrung) oder aber einen Abgang (Minderung).
  • Aus der Multiplikation (des Vorzeichens) des Bilanzkontos mit (dem Vorzeichen) der Bewegungsart ergibt sich als Ergebnis (das Vorzeichnen) des Buchungsschlüssels. Hierbei sind Aktiv-Konten mit einem „+“ und Passiv-Konten mit einem „-“, ein Zugang mit einem „+“ und ein Abgang mit einem „-“ sowie eine Sollbuchung mit einem „+“ und eine Haben-Buchung mit einem „-„ zu versehen (siehe Abbildung 169).
  • Zu berücksichtigen ist, dass GuV-Konten Unterkonten des Passivkontos Eigenkapital sind, und daher immer mit „-“ multipliziert werden (siehe Abbildung 170). Dies erklärt auch das „Phänomen“, warum bei GuV-Zahlen die Vorzeichen bei Auswertungen aus den Buchungssystemen immer genau umgekehrt zu der ökonomischen Sicht sind. Ökonomisch reduzieren Aufwendungen den Ertrag und werden daher mit einem „-„ versehen. Buchhalterisch sind Aufwendungen mit einem „+“ versehen, da sie Abgänge (-) auf einem Unterkonto des Passivkontos Eigenkapital (-) darstellen, und Minus mal Minus plus ergibt.
  • Verprobung: Bei jedem Buchungssatz muss die Summe der Soll-Buchungen gleich der Summe der Haben-Buchungen sein













Abbildung 169 Buchungskonventionen (I)

Abbildung 170: Buchungskonventionen (II)

  • Beispiel: In der Buchhaltung gehen 100 € an Zinsen für eine Ausleihung ein. Dieser Sachverhalt stellt zum einen Zugang (+) auf den Aktiv-Konto „Kasse“ (+) dar, und damit die Soll-Buchung (+ * + = +). Zudem findet ein Zugang (+) auf den Ertragskonto „Zinsertrag“ statt, welches wie alle GuV-Konten ein Unterkonto des Passiv-Kontos „Eigenkapital“ geführt wird. Dies bildet die Haben-Buchung (+ * - = -). 
  • Dementsprechend lautet der Buchungssatz:

Per „Kasse“ 100 € an „Zinsertrag“ 100€ 

·        Quelle: Henkel/Eller (2009), Lfd. Nr. 11 u. Nr. 12

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